Was andere zur Pflegesituation sagen

Presse, soziale Medien und andere Fundstücke

Potenziale sozialer Innovationen in der ambulanten Langzeitpflege - Studie, herausgegeben von der Bertelsmann-Stiftung

Seit Jahren attestieren Sachverständigenräte in ihren Jahresgutachten dem deutschen Gesundheitswesen das Auftreten von Über-, Unter- und Fehlversorgung zugleich – dies gilt auch für die pflegerische Versorgung.

Dazu tragen verschiedene Wettbewerbsbeschränkungen, Fehlanreize und strukturelle Hemmnisse bei. Angesichts der infolge des demografischen Wandels und des medizinisch-technischen Fortschritts zu erwartenden finanziellen Mehrbelastungen für das  gesundheits- und Pflegesystem kommt einer effizienten Verwendung der eingesetzten Mittel künftig noch größere Bedeutung zu. Hinzu kommt, dass aktuell und auch künftig Pflegekräfte fehlen – hier stellt sich die Frage, wie auch diese knapper werdenden personellen Ressourcen ohne einen Verlust an Versorgungsqualität effektiv und möglichst effizient eingesetzt werden und attraktivere Arbeitsbedingungen geschaffen werden können, so dass mehr Pflegekräfte für den Beruf gewonnen bzw. im Beruf gehalten werden können.

Drei Viertel der Pflegebedürftigen werden im häuslichen Umfeld gepflegt, davon ein Großteil ausschließlich durch Angehörige (Statistisches Bundesamt 2018). Die Versicherungsleistung kann in Form von Pflegegeld, Sachleistungen durch einen ambulanten Dienst oder einer Kombination dieser beiden gewährt werden. Laut der COMPASS-Versichertenbefragung wünschten sich noch vor etwa 10 Jahren 40 Prozent der Befragten, bei Pflegebedürftigkeit im häuslichen Umfeld von Angehörigen und einem Pflegedienst versorgt zu werden (Kuhlmey et al. 2010). Neueren Erhebungen zufolge möchten 62 Prozent der Bevölkerung
(ab 16 Jahren) im Alter in der eigenen Häuslichkeit von dem / von der (Ehe-)Partner:in oder Angehörigen gepflegt werden, 54 Prozent vom Pflegedienst zuhause versorgt werden und 28 Prozent bei Freunden oder Angehörigen leben (Mehrfachnennung möglich, Haumann 2020). Nur etwa 5 Prozent können sich vorstellen, bei Pflegebedarf in einer stationären Langzeiteinrichtung zu leben (ebd.: 523). Das unterstreicht den Stellenwert der professionellen ambulanten Pflege. Aber auch die Bedeutung der Pflege durch Angehörige nimmt im Zuge des steigenden Pflegebedarfs in der Bevölkerung weiter zu (Geyer & Schulz 2014: 301). Gleichzeitig wird das demografische Pflegepotenzial der Angehörigen zukünftig abnehmen.

aus der Einleitung zur Studie

Hier die ganze Studie downloaden.